Abschluss der Weiterbildung Krippenpädagogik

Feierliche Zertifikatsübergabe an 17 pädagogische Fachkräfte im Bistumshaus St. Otto

„Die Krippe ist kein Kindergarten im Kleinformat“, begründete die stellvertretende Diözesan-Caritasdirektorin Ursula Kundmüller das Angebot einer eigenen Weiterbildung in Krippenpädagogik. Bei der Übergabe der Zertifikate an die 17 erfolgreichen Absolventinnen des Kurses betonte sie, dass es in der Krippe verstärkt um die Bindung zwischen Kind und Betreuerin gehe.

Kundmüller hob auch den christlichen Aspekt der Weiterbildung hervor, die vom Fortbildungsreferat des Caritasverbandes für die Erzdiözese Bamberg angeboten wird: Für die Caritas ziele Pädagogik auf die „Menschwerdung des Menschen“. Krippenpädagoginnen und -pädagogen sollten „feinfühlig, achtsam und empathisch“ mit den Kindern umgehen.

Dem Ordinariat des Erzbistums Bamberg dankte die Caritasdirektorin für die Finanzierung des Kurses. Dessen Resonanz sei groß; auch von außerhalb des Erzbistums und von nichtkatholischen Trägern hätten Erzieher*innen teilgenommen.

Rund 30 Prozent der Kinder, die eine Tagesstätte besuchen, seien inzwischen unter drei Jahren alt, rechnete Kundmüller vor. Zwar könne die Krippe die Beziehung im Elternhaus nicht ersetzen, doch für Kinder aus sozial oder finanziell benachteiligten Familien bedeute die Krippe auch eine große Chance.

Skeptisch zeigte sich Kundmüller gegenüber dem von der Politik immer mehr ausgeweiteten Betreuungsanspruch. Ab 2026 wird es auch einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule geben. „Die dafür benötigte Masse an pädagogischem Personal werden wir nicht erzeugen können“, sagte Kundmüller.

Die Weiterbildung wird berufsbegleitend in drei mehrtägigen Modulen durchgeführt. Madlen Höhn vom Referat Kindertagesbetreuung des Diözesan-Caritasverbandes betonte die thematische Breite der Abschlussarbeiten: von der Bindungsförderung über die kindgerechte Alltagsgestaltung bis zu den Übergängen vom Elternhaus in die Krippe und von dort in den Kindergarten.

Am jüngsten Kurs, der im Juni 2021 begann und jetzt mit einem Kolloquium schloss, nahmen 17 pädagogische Fachkräfte teil.

 

Text und Bild: Dr. Klaus-Stefan Krieger

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